Klettern und Bouldern im Schwarzwald: Hoch hinaus

Klettern ist Vertikalsport pur: Ihr steigt mit Seil und Sicherungspartner eine Route nach oben und sucht Schritt für Schritt den besten Weg durch die Wand.
Beim Bouldern bleibt ihr dagegen in Absprunghöhe, verzichtet auf Seil und Gurt und löst kurze, knifflige Kletterprobleme, die sich eher wie ein Körperpuzzle anfühlen. Beides trainiert Kraft, Balance und Konzentration, und beides macht in der Gruppe doppelt Spaß.
Klettern und Bouldern im Schwarzwald verbinden diesen Sport mit dem, was die Region ohnehin ausmacht: dichte Wälder, steile Täler und Fels mit Aussicht. Wir zeigen euch die spannendsten Spots und Hallen.

Warum Klettern und Bouldern im Schwarzwald so besonders ist

Der Schwarzwald ist kein Kalkgebiet mit glatten Löchern zum Einhängen. Hier klettert ihr an Granit, Gneis und Porphyr. Im Mittleren Schwarzwald dominiert das Reibungsklettern, bei dem Fußtechnik oft wichtiger ist als Kraft. Aktuell sind rund 80 Felsen zum Klettern freigegeben. Das ist genug Auswahl für jedes Level.

Battert bei Baden-Baden: der Klassiker

Wer vom Klettern im Schwarzwald spricht, landet früher oder später am Battert. Hier im Nordschwarzwald warten rund 390 Routen an Türmen und steilen Wänden. Seit 1887 wird dort geklettert, und viele Linien haben alpinen Charakter. Packt Klemmkeile und Friends ein und wisst, wie man sie legt. Das Gelände ist ein Naturschutzgebiet, nutzt deshalb bitte nur die offiziellen Zustiege. Mit dem Bus kommt ihr bequem hin.

Südschwarzwald: Schlüchttal, G’fäll und Kandel

Im Süden wird es vielfältig. Das Schlüchttal bietet etwa 160 Routen an Felsen zum Bouldern und Kletternvon bis zu 100 Metern Höhe. Wer lieber stadtnah startet, fährt zum G’fäll bei Freiburg, einem der ältesten und mit über 100 Routen größten Klettergebiete des Südens. Am Westhang des Kandel liegen Felsen auf rund 1100 Metern Höhe, abseits vom Touristentrubel. Kleiner Tipp: Plant eine Wanderung zum Gipfel gleich mit ein.
Aber Achtung, es kommt im Schlüchttal immer wieder zu Felsabgängen. Erkundigt euch daher immer nach Sperrungen des Klettergebiets!

Mittlerer Schwarzwald: Windeck und Falkenstein

Einsteiger und Familien sind am Windeckfelsen in Hornberg gut aufgehoben. Dort gibt es 22 Routen im Grad 3 bis 7. Noch etwas gemütlicher geht es am Falkenstein bei Schramberg zu, wo 21 gut abgesicherte Routen warten. Beide Spots sind ideal, um die Reibungskletterei im Granit kennenzulernen.

Indoor: die besten Hallen im Schwarzwald

Bei Regen oder zum Training lohnen sich diese Indoor Adressen:

Fair am Fels: das müsst ihr beachten

Felsen sind Lebensraum. Viele Gebiete sind im Frühjahr wegen Brutzeiten gesperrt, teils bis Ende Mai. Informiert euch vor der Tour über aktuelle Sperrungen. Bleibt auf den Wegen, parkt nur auf erlaubten Plätzen, nehmt euren Müll mit und verzichtet auf Lärm. Hilfreich sind natürlich auch Kletterführer für Schwarzwald Nord und Süd.

Euer nächstes Abenteuer wartet schon

Ob ihr in der Halle eure ersten Griffe testet oder am Battert eine Mehrseillängen-Linie sucht: Klettern und Bouldern im Schwarzwald hat mehr zu bieten, als viele denken. Startet in einer Halle, steigt dann auf einen leichten Fels wie Windeck um und tastet euch Richtung Schlüchttal oder Battert vor. Wenn ihr dabei respektvoll mit der Natur umgeht, bleiben die Felsen auch für die nächsten Generationen offen. Verabredet euch, packt Kreide und was zu Trinken ein, und dann: ab nach oben.

Ihr wollt den Schwarzwald lieber auf gemütliche Art erkunden? Lest hier unseren Beitrag!