Wenn zwar die Tannen dunkelgrün bleiben und die Laubbäume leuchtend gelb und orange werden, zeigt sich der Herbst im Schwarzwald von seiner besten Seite. Morgens hängt Nebel in den Tälern, mittags kommt oft die Sonne durch, und die Luft riecht nach feuchtem Laub. Ihr könnt jetzt stundenlang wandern, ohne dass euch jemand entgegenkommt, mit der Seilbahn auf einen Gipfel schweben oder in einer gemütlichen Stube Kuchen essen. Auf den Höhen liegt schon im Oktober manchmal der erste Reif, in den Weinbergen der Ortenau läuft die Traubenlese. Wir haben für euch die besten Ideen für Herbsttage zusammengestellt, von Aussichtsbergen über Wasserfälle bis zum Zwiebelkuchen.



Schauinsland: Aussicht über dem Nebelmeer
Der Freiburger Hausberg ist im Herbst ein sicherer Tipp. Mit 1.284 Metern ragt der Schauinsland aus der Nebeldecke, die oft morgens in der Rheinebene liegt. Ihr fahrt bequem mit der Schauinslandbahn ab Freiburg-Horben hinauf, oben startet ein Rundweg über Almwiesen mit Blick bis zu den Vogesen. Wer mehr Zeit hat, läuft die Route zu Fuß und lässt sich die Höhenmeter im Buchenwald nicht nehmen. Kommt möglichst früh, dann habt ihr das Panorama fast für euch.
Triberger Wasserfälle: Rauschen zwischen Laubbäumen
Nach herbstlichen Regentagen führen die Triberger Wasserfälle, Deutschlands höchste Wasserfälle, besonders viel Wasser. Über sieben Stufen stürzt der Fluss rund 163 Meter in die Tiefe. Der Weg an den Kaskaden entlang ist gut ausgebaut, aber im Herbst kann er rutschig sein. Festes Schuhwerk ist deshalb Pflicht. Mit etwas Glück scheint die Sonne durch das bunte Laub und färbt die Gischt golden. Am frühen Morgen und unter der Woche ist es am ruhigsten.
Torten-Seminare in Todtmoos und Feldberg-Bärental
Im Café Zimmermann in Todtmoos erlernt ihr ab 19,50 Euro die richtige Zubereitung der Schwarzwälder Kirschtorte. Der Konditormeister zeigt euch persönlich, wie Biskuit, Sahne, Kirschen und Schokolade zu einer herrlichen Torte werden, gefolgt von einer gemütlichen Verkostung.
Im Café und Schnapshäusle zum gscheiten Beck in Feldberg-Bärental schaut ihr Konditormeisterin Ramona über die Schulter. Der Kurs kostet 14 Euro inklusive einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte. Bekannt aus der VOX-Sendung Kitchen Impossible, gibt es hier jede Menge wertvolle Kniffe zum Nachbacken.
Mummelsee und Hornisgrinde: Moorluft und Weitblick
Entlang der Schwarzwaldhochstraße (B500) liegt der Mummelsee, ein kleiner Karsee mit vielen Sagen. Im Herbst spiegeln sich die verfärbten Bäume im dunklen Wasser, und die Ausflugsmassen des Sommers sind weg. Von hier führt ein Wanderweg auf die Hornisgrinde, mit 1.164 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds. Oben erwartet euch eine Hochmoorlandschaft mit Holzbohlenwegen und weitem Blick. Nehmt eine Jacke mit, denn auf dem Gipfel weht fast immer ein kräftiger Wind.
Schluchsee: Herbstspaziergang am Wasser
Der Schluchsee ist der größte See im Schwarzwald und im Herbst besonders ruhig. Ihr könnt ihn auf einem gut markierten Weg von rund 20 Kilometern umrunden, in Etappen oder an einem Stück. Die Uferwälder färben sich von Mitte Oktober an, und bei klarem Wetter liegt das Wasser tiefblau zwischen den Hängen. Für einen kurzen Ausflug reicht auch das Stück zwischen Seebrugg und Aha. Danach passt eine Forelle aus der Region in einem der Gasthäuser am Ufer sehr gut.
Gengenbach: Fachwerk und Weinberge
Die Altstadt von Gengenbach in der Ortenau ist ein guter Ausflug, wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Zwischen Fachwerkhäusern und Torbögen lässt sich der Vormittag gut verbummeln, und rundherum ziehen sich die Rebhänge in Herbstfarben den Berg hinauf. Wandert durch die Weinberge oberhalb der Stadt und kehrt in einer Straußwirtschaft oder einem Weingut ein. Rechnet damit, dass die Öffnungszeiten je nach Betrieb wechseln, ein kurzer Blick vorher auf die Website spart Enttäuschungen.
Federweißer und Zwiebelkuchen: der Geschmack des Herbstes
Kaum eine Kombination gehört so zum Herbst wie junger, noch gärender Wein und warmer Zwiebelkuchen. Federweißer gibt es in den badischen Weinorten meist von September bis in den Oktober hinein. Er schmeckt süß und fruchtig, hat aber mehr Alkohol, als man ihm zutraut. Trinkt ihn also nicht zu schnell und plant die Heimfahrt vorher. Auf Hoffesten und in Weinstuben wird dazu oft Flammkuchen, Kürbissuppe oder Wildgericht serviert, denn im Herbst beginnt auch die Wildsaison.
Wanderungen im Herbst: worauf ihr achten solltet
Die Tage werden kürzer, deshalb plant eure Touren so, dass ihr vor der Dämmerung zurück seid. Zieht euch in Schichten an, denn im Tal kann es mild sein, während oben schon Frost herrscht. Wasserfeste Schuhe helfen bei nassem Laub, eine Stirnlampe kostet wenig und kann viel Ärger sparen. Schaut vor dem Start auf den Wetterbericht, im Nebel verliert man schnell die Orientierung. Und wenn ihr Pilze sammeln wollt: Nur essen, was ihr sicher kennt, und Naturschutzgebiete beachten.
Fazit: Herbst im Schwarzwald lohnt sich
Der Herbst im Schwarzwald verbindet Bewegung, Natur und Genuss auf kleinem Raum. Morgens wandert ihr durch buntes Laub oder steht über dem Nebelmeer, mittags wärmt euch eine Suppe, und am späten Nachmittag gibt es Kuchen oder ein Glas Federweißen. Wählt eine Region aus, nehmt euch Zeit und plant lieber eine Tour weniger als eine zu viel.
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