Ihr leidet unter Heuschnupfen, Asthma oder einer hartnäckigen Bronchitis und sucht nach einem Ort, an dem eure Atemwege endlich zur Ruhe kommen können? Genau diese Sehnsucht nach echter Erholung führt viele von uns zu ungewöhnlichen Entdeckungen abseits der bekannten Wanderwege und Aussichtspunkte unserer Region. Eine davon liegt buchstäblich unter der Erdoberfläche: der Heilstollen Neubulach“Hella Glück“. Was einst als Bergwerk diente, ist heute ein Ort, an dem besonders geplagte Atemwege wieder frei werden können. In diesem Artikel erklären wir euch, warum sich ein Besuch im Heilstollen Neubulach bei Erschöpfung und gerade bei Atemwegserkrankungen so lohnt.



Eine zufällige Entdeckung mit großer Wirkung auf die Lunge
Die Geschichte der Heilstollentherapie beginnt im Zweiten Weltkrieg, allerdings nicht in Neubulach selbst. In der „Kluterthöhle“ in Ennepetal südlich des Ruhrgebiets suchten Menschen während Bombenangriffen Schutz. Dabei fiel auf, dass sich bei Besucherinnen und Besuchern mit Lungenerkrankungen die Symptome nach und nach besserten. Auch nach Kriegsende kehrten viele Menschen mit Atembeschwerden in die Höhle zurück, und weitere positive Effekte zeigten sich. Aus dieser Beobachtung entstand schließlich das erste deutsche Zentrum für Heilstollentherapie – der Grundstein für Orte wie den Heilstollen Neubulach.
Ein stillgelegtes Bergwerk als Ort der Heilung für die Atemwege
Seit 1972 wird auch im Heilstollen Neubulach die sogenannte Speläotherapie angewendet, also die Behandlung in einer Heil- oder Klimahöhle. Der Stollen liegt in einem stillgelegten, mittelalterlichen Bergwerk und verfügt über ein Mikroklima, das speziell für gereizte und geschwächte Atemwege eine Wohltat sein kann.
Diese Atemwegserkrankungen profitieren besonders
Die Heilstollentherapie hat sich vor allem bei Erkrankungen der Atemwege bewährt. Dazu zählen unter anderem:
- Heuschnupfen
- Asthma Bronchiale
- Chronische Bronchitis
- Lungenemphysem
- COPD und Long Covid
Auch bei physischer und psychischer Erschöpfung sowie Schlafstörungen und Stress berichten Besucherinnen und Besucher von einer spürbaren Besserung.
Wie das Mikroklima eure Atemwege entlastet
Was den Heilstollen Neubulach für die Atemwege so wirkungsvoll macht, ist sein konstantes Klima. Bei Temperaturen von 6 bis 8 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 96 Prozent entsteht eine Umgebung, die für die Behandlung von Atemwegsbeschwerden ideal geeignet ist. Alle 15 Minuten wird die Luft im Stollen vollständig ausgetauscht und dabei von Allergenpartikeln befreit – eine echte Erleichterung für alle, die unter Heuschnupfen oder Asthma leiden. Atmet ihr die kühle Luft ein, erwärmt euer Körper sie auf 37 Grad, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit sinkt und der Körper Feuchtigkeit aus den Atemwegen abgibt. Das lindert geschwollene Schleimhäute und erleichtert das Abhusten. Gleichzeitig stärkt der Aufenthalt im Stollen das Immunsystem und die Infektabwehr, was gerade bei chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD spürbar sein kann.
Digitale Auszeit für Körper und Lunge
Unser Alltag verlangt uns ständig Aufmerksamkeit und Anpassung ab, und das kann sich auch auf die Atemwege auswirken. Im Heilstollen Neubulach findet ihr eine reizfreie Umgebung, in der eure Lunge und euer Nervensystem gleichermaßen zur Ruhe kommen. Besonders Menschen mit Long Covid, Erschöpfungszuständen oder Schlafproblemen profitieren von der Stille unter Tage. Weil elektromagnetische Strahlung den Stollen nicht erreicht, erlebt ihr hier ganz nebenbei eine echte digitale Auszeit.
Ihr sucht nach noch mehr Erholung durch die Kräfte der Natur? Dann informiert euch in unserem Blogbeitrag über die Palais Thermal in Bad Wildbad!
Wissenswertes für euren Besuch
Eine Anmeldung ist vorab in jedem Fall notwendig. Je nach Schicht und Therapieform unterscheidet sich die Dauer der Anwendung:
- Abendschicht: 18:00 – 20:00 Uhr (täglich außer Sonntag), 07. April – 12. September 2026
- Familienschicht (auch für Einzelpersonen buchbar): 16:30 – 18:00 Uhr (täglich außer Sonntag), 27. April – 27. Juni 2026 sowie 03. August – 12. September 2026
- Morgenschicht: 09:00 – 11:00 Uhr (täglich), 11. Mai – 04. Oktober 2026
Für den Besuch solltet ihr einen Schlafsack, ein Notfallspray, Wasser in verschließbaren Flaschen, warme Kleidung, eine Kopfbedeckung sowie etwas Lesestoff oder eine andere Beschäftigung mitbringen. Die Kosten liegen bei 10 Euro für eine Probeanwendung, 15 Euro für eine reguläre Anwendung und 70 Euro für eine 5er-Karte. Eine Inhalation kostet 8 Euro, ein Schlafsack lässt sich für 25 Euro ausleihen. Eine ärztliche Verordnung ist nicht zwingend erforderlich, Selbstzahlerinnen und Selbstzahler sowie Privatpatienten können vor Ort bar bezahlen. Zum Parken steht ein großer Parkplatz direkt am Besucherbergwerk zur Verfügung, alternativ erreicht ihr durch den Torbogen einen kleineren Parkplatz an der Mittelstation.


