Federweißer in der Region Schwarzwald: Euer Herbstgenuss

Mit Beginn der Weinlese beginnt eine der schönsten Jahreszeiten für alle Genießer: Federweißer ist auch im Schwarzwald in aller Munde! Der junge, noch gärende Wein ist nur wenige Wochen im Jahr erhältlich – milchig-trüb, spritzig-süß und mit einem feinen Prickeln auf der Zunge. Sein Name Federweißer stammt von den kleinen Schwebeteilchen aus Hefe und Traubenresten, die im Glas wie Federchen tanzen. Was genau hinter diesem Getränk steckt, wie es entsteht und worauf ihr beim Genuss auch im Schwarzwald achten solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Was ist Federweißer eigentlich?

Federweißer ist junger Wein, der direkt nach der Weinlese entsteht. Anders als fertiger Wein, der komplett durchgegoren und klar filtriert ist, befindet sich Federweißer noch mitten in der aktiven Gärphase. Je nach Region hört ihr auch andere Bezeichnungen dafür: Neuer Wein, Rauscher, Süßer oder Bitzler. In seltenen Fällen wird er auch aus roten Trauben hergestellt und dann Roter Rauscher oder Federroter genannt. Das saisonale Getränk gilt vielen als jährlicher Höhepunkt des Weinjahrs, da mit ihm der erste Wein des neuen Jahrgangs gekostet werden kann.

Wie entsteht Federweißer?

Nach der Traubenlese wird der frisch gepresste Most in Fässer oder Tanks gefüllt, in denen die Gärung beginnt. Die Hefe wandelt dabei den Traubenzucker Schritt für Schritt in Alkohol und Kohlensäure um. Genau dieser Prozess sorgt für das charakteristische Prickeln und die milchige Trübung, denn Hefe und feine Schalenreste bleiben noch im Getränk enthalten. Weil die Gärung während der Lagerung und des Transports weiterläuft, muss Federweißer stehend aufbewahrt werden – sonst kann durch die entstehende Kohlensäure Druck in der Flasche aufgebaut werden, den auch kein Spezial-Verschluss lange hält.

Geschmack und Alkoholgehalt

Am Anfang der Gärung schmeckt Federweißer noch sehr süß, da der Zucker aus den Trauben überwiegt. Je länger die Gärung fortschreitet, desto mehr Zucker wird in Alkohol umgewandelt, wodurch der Geschmack mit der Zeit trockener wird. Der Alkoholgehalt liegt idealerweise bei rund fünf Prozent, kann sich aber von Tag zu Tag verändern, solange die Gärung noch aktiv ist. Diese ständige Veränderung macht jedes Glas Federweißer ein wenig anders und erklärt, warum Kennerinnen und Kenner ihn am liebsten ganz frisch trinken.

Die Straußwirtschaft: Badische Tradition rund um den jungen Wein

Im Schwarzwald, in der Ortenau, im Breisgau, am Kaiserstuhl, Tuniberg und im Markgräflerland ist Federweißer eng mit der Tradition der Strauß- oder Besenwirtschaften verbunden. Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, stecken die badischen Winzerfamilien einen bunt geschmückten Reisigbesen an ihre Hoftür. Dieses Zeichen ist die Einladung, auf dem Hof oder direkt im Wohnzimmer der Familie einzukehren. Ausgeschenkt wird ausschließlich der eigene Wein, dazu gibt es einfache Speisen wie Wurstsalat, Flammkuchen oder frisches Brot. Sobald im Herbst die Trauben gelesen sind, steht in diesen urigen Stuben ganz selbstverständlich auch Federweißer auf der Karte.

Federweißen richtig lagern und genießen

Achtet beim Kauf auf ein möglichst frisches Abfülldatum, da sich der Geschmack durch die fortlaufende Gärung von Tag zu Tag verändert. Bewahrt die Flasche stets stehend im Kühlschrank auf und öffnet sie vorsichtig, am besten über der Spüle, da sich durch die Kohlensäure Druck aufbauen kann. Lange haltbar ist Federweißer nicht – trinkt ihn daher möglichst zeitnah nach dem Kauf, solange er noch frisch und spritzig schmeckt.

Die klassische Begleitung: Zwiebelkuchen und Flammkuchen

Kaum ein Gericht wird so eng mit Federweißem in Verbindung gebracht wie Zwiebelkuchen. Die herzhafte, leicht süßliche Zwiebelfülle harmoniert mit der Süße und Säure des jungen Weins auf besondere Weise. Auch Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln zählt zu den beliebtesten Kombinationen der Saison. Diese Paarung aus deftigem Gebäck und prickelndem, süßem Wein gehört für viele fest zum Herbst dazu.

Ein Genuss mit Ablaufdatum

Federweißer ist auch in einigen Region im Schwarzwald, Ortenau, Breisgau, Kaiserstuhl, Tuniberg und Markgräflerland mehr als nur ein saisonales Getränk – er steht für den Übergang von der Traube zum fertigen Wein und für eine Genusszeit, die nur wenige Wochen im Jahr dauert. Sein süßlich-spritziger Geschmack, das feine Prickeln und die Kombination mit Zwiebelkuchen oder Flammkuchen machen ihn zu einem festen Bestandteil des Schwarzwälder Herbstes. Achtet auf ein frisches Abfülldatum, lagert die Flasche stehend und genießt Federweißen, solange die Saison dauert.

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